Hawelti-Mobil

Ein rollendes Experimentier- und Lerncenter für das Umland von Aksum, im Norden Äthiopiens.

Sage es mir, und ich werde es vergessen.
Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten.
Lass es mich tun, und ich werde es können.
Konfuzius

„Frei nach Konfuzius wollen wir den Kindern die spannende Welt der Technik, neue Technologien und Naturwissenschaften näherbringen. Das geschieht durch Reflektieren, Weiterdenken, be-greifen, experimentieren und tun. Wir möchten mit unserem Hawelti-Mobil eine Plattform schaffen, mit der die natürliche Fantasie, Neugierde und Wissbegierde erhalten bleiben und noch mehr Lust am Lernen für eine bessere Zukunft entsteht”, beschreiben Marcel Heuer und Negassty Abraha von Hawelti e.V. ihr Vorhaben.

Hintergrund
In und rund um Aksum gibt es mehr als 39 Schulen in denen der Unterricht überwiegend theoretisch stattfindet. Experimente zum besseren Verständnis und zur Anregung eigener Ideen sind selten Teil des Unterrichts – auch weil es hierfür an zeitgemäßer Ausstattung fehlt. Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Kinder aus sehr armen Verhältnissen stammen und in einer Region aufwachsen, die fast ausschließlich von Landwirtschaft und Betteln geprägt ist. Folglich fehlt es ihnen einerseits an Vorbildern und andererseits an Möglichkeiten zu experimentieren und praktisch zu lernen, um Lebensperspektiven zu entwickeln.
In der Stadt Aksum entstehen durch die Universität ein „Science-Museum“ und „Science-Center“ (einzelne Bereiche in Zusammenarbeit mit dem Hawelti e.V. aus Nürnberg). Aufgrund der Infrastruktur in der Region werden Kinder in umliegenden Orten diese Einrichtungen nicht besuchen können.
Darüber hinaus haben es auch Mädchen und Frauen schwer, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Hier ist geplant, Näh- und Computerkurse anzubieten, um ihnen eine berufliche Perspektive aufzeigen zu können.

Zielgruppen

  • Kinder, Eltern und Lehrende
  • Existenzgründerinnen und Existenzgründer

Ziele

  • Begeisterung wecken für Technik, neue Technologien, Naturwissenschaften und Handwerk – orientierend an den Bedürfnissen vor Ort
  • Perspektiven für eine berufliche Zukunft aufzeigen (Hilfe zur Selbsthilfe)
  • Schaffen von Arbeitsplätzen in der Region
  • Schulungen zum Aufbau eigener Existenzen (u.a. Computer, Nähkurse, ...)
  • Bildung fördern

Geplant sind

  • ein bis zwei Fahrzeuge, die als „Hawelti-Mobil” in die umliegenden Dörfer und kleinen Städte fahren
  • eine Ausstattung mit interaktiven Exponaten und Experimentierstationen, an denen Naturwissenschaften und weitere Themen durch eigenes „Tun“ erlebar werden. Dazu gehören u.a. auch Mikroskope, Anatomiepuppen, Solar-Experimente, ein DVD-Player zum Zeigen von Lernfilmen
  • mit den Kindern Kompost machen und Gemüse anbauen (rund 70% des Abfalls in und um Aksum ist organisch; wird aber derzeit nicht verwendet) Hier wurde bereits die Universität Wien als Partner gewonnen
  • Analysieren und filtern von Wasser, um Kindern die Wichtigkeit von sauberem Trinkwasser näher zu bringen
  • ein „rollendes“ Computerkabinett, damit Kinder den wichtigen Umgang erlernen
  • ein „rollendes“ Näh-Center, in dem Kinder lernen, Kleidung zu reparieren oder herzustellen, aber auch Kurse für Frauen sind geplant, denen damit eine mögliche Existenzgründung und -sicherung aufgezeigt werden kann
  • ein „mobiler“ Handwerksbereich, in dem Kinder den Umgang mit Werkzeug und verschiedenen Materialien erlernen und dadurch einen Zugang zu einem in der Region dringend benötigten Handwerksberuf erhalten
  • Betrieb und Betreuung durch Hawelti e.V. mit eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Region

Start
Das Projekt befindet sich in Vorbereitung. Zum Start werden noch ausreichend finanzielle Mittel benötigt.

Umsetzung
Bis zur Realisierung wird das Projekt von Hawelti e.V. gesteuert und im engen Kontakt mit den Partnern vor Ort begleitet. Der sich momentan in Gründung befindliche eigenständige, lokale Verein würde zukünftig die Koordination in Äthiopien übernehmen. In den Prozess eingebunden sind Schulamt und Schulen vor Ort. In Aussicht steht die Kooperation mit der Universität Aksum, die ein stationäres Center teilweise mit ideeler Unterstützung durch Hawelti e.V. einrichten wird. Die Wartung und Reparatur des „Hawelti-Mobil” würde die Universität übernehmen.

Zukunft
Durch die Schulung und Einbindung von Menschen aus der Region kann die „Lernidee“ kopiert und an weiteren Orten in Äthopien installiert werden. Das Hawelti-Mobil soll durch eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrieben werden. Hierzu werden bereits Gelder für Gehälter gesammelt und es bestehen Überlegungen, eine interne „Kranken­versicherung“ zu ermöglichen, die es in Aksum noch nicht gibt.

 

Initiator
Hawelti e.V., Nürnberg. Vertreten durch die Vorstandsvorsitzenden Marcel Heuer und Negassty Abraha
Der eingetragene und gemeinnützige Verein wurde im Januar 2014 mit den Zielen – Hilfe zur Selbsthilfe und kulturelle Verständigung gegründet. Im Fokus steht die Stadt Aksum im Norden Äthiopiens. Persönliche Kontakte in diese Region und bestehende Kooperationen vor Ort, ermöglichen konkrete Förderung sowie transparenten Transfer.
Mehr Infos unter: http://www.hawelti.de

Aktuelle Kooperationspartner

  • Fa. Hüttinger – ein weltweit marktführender Anbieter von Science-Centern
  • Universität Wien – betreibt ein „Kompost-Projekt“ in Addis Abeba
  • Universität der Stadt Aksum
  • Ein in Gründung befindlicher Verein in Aksum, mit denselben Zielen wie Hawelti e.V.
  • Schulamt der Region

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